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01.02.99


Höhenflug mit CDs im Internet

Der Winterthurer Plattenladen Musicbox - einer der grössten der Schweiz - ist mit verdoppeltem Umsatz raus aus der Krise - dank seinem elektronischen Shop.

Von Niels Walter

Eigentlich war das Internetshopping so etwas wie ein Versuchsballon: Weil die Umsätze im Geschäft in der Winterthurer Altstadt unaufhaltsam sanken, entschied sich der Geschäftsführer der Musicbox vor einem Jahr für die Vorwärts-ins-Netz-Strategie. "Alle reden vom Internet, mal schauen, ob da was dran ist", sagte sich damals Peter Bühler.

Erst skeptisch, jetzt erfolgreich

In den ersten sechs Monaten verkaufte Bühler via Internetshop 2000 CDs. Bühler blieb skeptisch und hoffte, "irgendwann einmal" ein Fünftel des Gesamtumsatzes im Internet zu erzielen.

Heute ist Bühler einer von denen, die schwärmen, wenn sie vom Internet reden. Die Musicbox hat innerhalb von sechs Monaten ihren Umsatz verdoppelt. Im elektronischen Laden hat Bühler im letzten halben Jahr über 35 000 CDs verkauft, annähernd so viele wie im Geschäft an der Marktgasse. Rund 10 000 Kunden kauften mit dem elektronischen Warenkorb ein. Bühler verschickt CDs in die ganze Schweiz, aber auch nach Deutschland, Österreich, in die Beneluxstaaten und sogar in die USA. Weil die ausländische Kundschaft zunimmt, will Bühler ein Kreditkartensystem einführen. Alle Informationen sollen in Zukunft zudem auch auf Spanisch, Italienisch, Englisch und Französisch sein.

Marge gleich wie im Laden

Zusätzlich zu den Bestellungen erhält Bühler per E-Mail täglich 150 bis 200 Anfragen, die er alle beantwortet. "Die Serviceleistungen sind entscheidend für den Erfolg", sagt Bühler. Er will aber auch das Sortiment vergrössern: Heute sind unter www.cede.ch 170 000 CDs abrufbar. Bis im Sommer sollen es 200 000 sein.

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Unternehmen, die zwar im Internet viel Umsatz, aber wenig oder gar keinen Gewinn machen, rentiert laut Bühler das Geschäft mit den Platten. "Unter dem Strich verdiene ich pro verkaufte CD im Netz fast gleich viel wie im Laden." Im Laden seien die Miete teuer und die Personalkosten hoch, im Internet müsse er die Versandkosten zahlen und in immer bessere Computerprogramme investieren.

Laden profitiert vom Internet

Der Internetshop ist laut Bühler aber auch ein "grosses Werbefenster", von dem das Ladengeschäft profitiere. Dieses sei weiterhin ein wichtiges Standbein, auch dann, wenn der elektronische Laden den anderen umsatzmässig überhole. Nach dem ersten Geschäftsjahr im Netz sagt Bühler: "Das Internet ist zwar keine Goldgrube, aber es hat die Musicbox wieder auf einen soliden Boden gebracht."


http://www.cede.ch/


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